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und Niedersachsen e.V.

Die Geschichte des BDÜ

Mit dem steigenden Bedarf an Übersetzungen nach 1945 waren vermehrt qualifizierte Dolmetscher und Übersetzer erforderlich. Es fehlte jedoch ein klar definiertes Berufsbild, so dass sich die Dolmetscher und Übersetzer in der praktischen Ausübung ihrer Tätigkeit einer Vielzahl von Schwierigkeiten ausgesetzt sahen. Diese konnten sie nur lösen, wenn sie sich besser organisierten.

In Anlehnung an die föderative Struktur der Bundesrepublik Deutschland entstanden in den verschiedenen Bundesländern zunächst Zusammenschlüsse von Dolmetschern und Übersetzern. 1952 und 1953 kam es zur Gründung von zwei Dachverbänden: dem Deutschen Dolmetscherbund (DDB) im Süden und dem Bund Deutscher Dolmetscher-Verbände (BDDV) im Norden.

Ab 1954 arbeiteten die beiden Verbände eng zusammen, um einen überregionalen Verband für die Bundesrepublik Deutschland zu schaffen. Dieser wurde formell 1955 mit dem Namen "Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V." (BDÜ) gegründet.

Um die grundsätzlichen Regeln der Berufsausübung und des Berufsbildes festzulegen, verabschiedete der neu gegründete Verband eine "Berufs- und Ehrenordnung" und führte eine eigene Schiedsgerichtsbarkeit als Grundlage berufsständischen Verhaltens ein.

Zur Information der Mitglieder und um eine größere Öffentlichkeit zu erreichen, brachte der BDÜ 1955 als Verbandsorgan erstmals das "Mitteilungsblatt für Dolmetscher und Übersetzer" (später MDÜ genannt) heraus.

1960 wurden die freiberuflich tätigen Dolmetscher und Übersetzer in den Katalog der steuerlich anerkannten Freien Berufe aufgenommen. In den folgenden Jahren erzielte der BDÜ im Tarifbereich Erfolge bei der Gleichstellung und Eingliederung von angestellten Dolmetschern und Übersetzern im höheren Dienst. Es gelang dem Verband, die Sprachleistungen im ZSEG (Gesetz über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen) zu verankern. Auch wirkte er bei der Schaffung der Prüfungsordnungen der staatlichen Prüfungsämter mit.

In den Jahren 1991 und 1992 traten fünf Landesverbände aus den neuen Bundesländern dem BDÜ bei, der zu einem Verband von mittlerweile über 5 500 Mitgliedern heranwuchs.

1996 führten interne Konflikte zum Austritt der drei Landesverbände Brandenburg, Hamburg-Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen und in der Folge zur Neugründung des Landesverbands Nordrhein-Westfalen.

2003 wurde die BDÜ Service GmbH gegründet, um die wirtschaftliche von der ideellen Tätigkeit des Verbandes zu trennen. Die BDÜ Service GmbH betreut die Herausgabe von Schriften und Publikationen sowie die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen.

2004 feierte der BDÜ sein fünfzigjähriges Bestehen mit einem Kongress und einem Festakt in Berlin.

(Quelle: "Mitteilungen für Dolmetscher und Übersetzer" (MDÜ), 2/04, "50 Jahre BDÜ")

Der BDÜ Landesverband Bremen und Niedersachsen ist 1998 aus dem Zusammenschluss des früheren Landesverbands Bremen mit dem ehemaligen Landesverband Niedersachsen hervorgegangen. Der fusionierte Verband hat zurzeit ca. 420 Mitglieder.

 

 
 
 
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